Clean Trails - Eine Trainingssession wird zum Clean-up

Clean Trails - Eine Trainingssession wird zum Clean-up

Radsport begeistert Menschen weltweit. Das hat individuelle Gründe, die Möglichkeit in der Natur zu sein und den Kopf frei zu kriegen ist für viele Radfahrer*innen aber sicher einer davon. Wie aber passt das mit WILDPLASTIC® zusammen?

Vor einigen Monaten kam das Team von bike-components auf uns zu, um WILDBAGS für ihre Clean Trail Kampagne zu kaufen. Die Idee dahinter: Alle Kund*innen bekommen beim Kauf von Produkten der nachhaltigen Eigenmarke TONIQ ein Set mit WILDBAGS & einem Handschuh für die nächste Radtour kostenlos dazu. Denn, wer viel in der Natur unterwegs ist weiß fast überall liegt wilder Müll rum und das richtet kurz und langfristig Schaden an. Mit ihrer Kampagne will das Team von bike-components Sportler*innen dazu anregen, mehr auf ihre Umgebung zu achten und dafür zu sorgen, dass diese sauberer wird, denn da haben wir alle was von! 

Um mehr darüber zu erfahren, wie die Idee zustande kam und wie es allgemein um die Nachhaltigkeit im Radsport steht, haben wir mit Christoph Spath, Produktmanager Own Brands bei bike-components gesprochen.

Hallo Christoph, wie kamt ihr zu der Idee, das Projekt Clean Trails zu starten?

Als Radfahrer bewegen wir uns sehr viel in der Natur - viele von uns nicht nur rund um unser Zuhause, sondern in ganz Europa, zum Teil sogar weltweit. Viel ändert sich dabei: Wetter, Terrain, Mindset der Menschen. Aber es gibt auch Konstanten: Eigentlich hat Radfahren fast überall seinen Reiz und schafft es, Menschen zusammenzubringen - also super positiv. Leider ist eine der anderen Konstanten der Müll, der überall liegt. Egal ob im Aachener Stadtwald, im Geres Nationalpark in Portugal oder in Monterey, Kalifornien. Das ist uns ein Dorn im Auge, denn Müll hat in der Natur nichts verloren. Mitten im Wald gibt es aber auch keine Mülleimer, den Müll von anderen Menschen in Hosentasche oder Rucksack aufzuräumen kann schon Ekel hervorrufen. Vor dem Müll, aber vielleicht auch den Menschen, die ihn dort entsorgen. Wir wollten bei ersterem die Schwelle senken, damit mehr Naturnutzer in Eigenverantwortung mithelfen, die Natur aufzuräumen und sauber zu halten. Das Clean Trail Set soll das erleichtern - der Handschuh schützt die Haut, die Mülltüte, die Hosentasche oder den Rucksack, das Gummiband hält vor und nach Nutzung alles zusammen.

Wie viele Clean Trails habt ihr bisher gemacht und wie läuft ein Clean Trail eigentlich genau ab? 

So lässt sich das nicht sagen, das Ganze hat primär eher eine Beiläufigkeit neben dem Radfahren und ist nicht organisiert. Clean Trails ist, was man in Bayern als “Rama dama”, in Baden Württemberg als “Putzete” und sonst wo in Deutschland sicherlich noch unter weiteren tollen Namen kennt - nur nicht organisiert und auf einen Tag beschränkt. Clean Trails heißt: Rauf aufs Rad, seine Tour fahren und wenn irgendwo Müll liegt, diesen einsammeln und ordnungsgemäß entsorgen. Es spricht aber natürlich auch nichts dagegen, sich lokal zu organisieren und Wege aufzuräumen.

Von euren Clean Trails zum großen Ganzen. Welchen Stellenwert hat deiner Meinung nach das Thema Nachhaltigkeit aktuell im Radsport? 

Das ist ein Fass ohne Boden - in der Kurzfassung: Jedes Fahrrad oder E-Bike, das unterwegs ist und ein Auto ersetzt, ist super und förderlich für die Nachhaltigkeit. In der Produktion von Fahrrädern und Zubehör lässt sich aber sicherlich noch viel zum Positiven verändern. Vor allem wenn es in den Hobby- und Leistungsbereich geht - Rennrad, MTB, Gravel - hier ist der Einsatz von aktuell nicht nachhaltigen Materialien oft nötig, um gewisse Produkteigenschaften zu erzielen. Einfachstes Beispiel: Gewicht. Natürlich lässt sich ein leichtes Rennrad aus Stahl fertigen, aber ein leichtes Rennrad ist einfacher und prozesssicherer mit geringem Gewicht zu bauen, wenn man es aus Carbon baut. Das Verbundmaterial bietet super Materialeigenschaften für leichte und stabile Bauteile, ist aber bei einem Defekt oder nach der Verwendung fast immer Sondermüll. Recycling ist aktuell kaum möglich, Downcycling machbar. 

Aber auch die Produktion günstiger Räder ist nicht frei von Optimierungspotential.
Einfacher wird es im Zubehörbereich und Bekleidungsbereich, da hier oft keine super technischen oder gar sicherheitsrelevanten Teile entstehen. Aktuell ist Nachhaltigkeit also viel Kompromiss, vor allem produktionsseitig. In den letzten Jahren ist aber ein klarer Trend erkennbar: Die Branche ist traditionell eher jung, damit kommt das richtige Mindset und der Bedarf nach Nachhaltigkeit, parallel zur Erkenntnis, dass Nachhaltigkeit ein USP ist, der sich verkaufen lässt. 

Wo setzt TONIQ in diesem Konstrukt an? Eigentlich ist TONIQ streng genommen ein Schuss ins eigene Knie, denn ein wichtiges Ziel ist, durch vernünftige Pflege die Lebensdauer der Produkte zu erhöhen. Und bei bc verkaufen wir ja Fahrradteile.
Für uns war jedoch ein Störfaktor, dass im Bereich Fahrradpflege keine in unseren Augen holistische Herangehensweise an dieses Thema da war. TONIQ setzt bei den rein pflanzlichen Rohstoffen an, beachtet Verpackung und Logistik, alles mit dem Ziel der längeren Lebensdauer von Fahrradteilen. Am TONIQ Projekt haben wir auch viel gelernt, was nun nach und nach in weitere Marken übernommen wird oder in Prozesse des Unternehmens eingegliedert wird.


Wie kommen die Clean Trails bei euren Kund*innen an?

Bisher ist es still. Wir haben uns jedoch auch dafür entschieden, nicht die Werbetrommel für die Clean Trails Aktion zu schlagen. Das Ziel der Aktion ist nicht, den Konsum anzukurbeln und mehr Müll zu produzieren. Kunden, die sich für ein TONIQ Produkt entscheiden, bekommen ein Clean Trails Set als Überraschung dazu, sie wissen also beim Kauf auch noch nichts davon. Wir sehen hier die Möglichkeit, einen Kunden, der sich bereits für ein nachhaltiges Produkt entschieden hat, zum nächsten Schritt zu bringen. Aber das braucht natürlich auch Zeit. 

Was wünschen du und deine Kolleg*innen euch für die Zukunft des Projekts? 

Feedback, Bilder, vielleicht sogar Waagen Bilder von Mülltüten. Wir freuen uns über jede Person, die aktiv wird und mitmacht, denn leider werfen immer noch viel zu viele Menschen ihren Müll einfach weg. Wenn wir vielleicht irgendwann in der Lage sind, zu beziffern wie viel Müll wir gemeinsam mit unseren Kundinnen und Kunden aus der Natur fischen - und das eher beiläufig und unterwegs, dann öffnet das vielleicht weiteren Personen die Augen. 

Wie sieht es bei euch aus? Macht ihr eine Sportart, bei der ihr nächstes Mal auch einen Müllbeutel und Handschuhe mitnehmen könnt, um die Natur um uns herum sauberer zu halten? Wir werden das definitiv tun! 

Danke an Christoph Spath für das spannende Gespräch und den Einblick zum Thema Radsport und Nachhaltigkeit und an das Team von bike-components für die Fotos. 

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